George Nickels

Als ich ihn zum ersten Mal in einem Restaurant in Siem Reap sah, hielt er gerade seine Kamera in der Hand und klickte sich durch seine Fotos durch. Zur gleichen Zeit scherzte er mit den Kellnern herum, in deren Muttersprache Khmer. Es schien so, als wäre er in seiner komplett eigenen Welt und trotzdem passte er perfekt in die Straßen von Kambodscha.

Es war naheliegend, dass dieser Mann eine Geschichte zu erzählen hat. Nachdem ich ihn ansprach wusste ich, dass er eine hatte. Sein Name ist George Nickels und er ist englischer Journalist, genauer gesagt Kriegsfotograf mit derzeitigem Wohnsitz in Kambodscha. „I just want to bring a change and somehow I do so“, begründet er seine Berufswahl. Mit seiner Kamera bewaffnet und in eine kugelsichere Weste gehüllt, hat er schon von verschiedenen Kriegen berichterstattet, um die Aufmerksamkeit der Leute auf diese Konflikte zu lenken.

Derzeit ist er in Kambodscha, da sich hier in letzter Zeit sehr beunruhigende Entwicklungen aufgetan haben. Es gibt Zweifel daran, dass die Wahlen vom 28. Juli weder fair noch frei waren. Die CPP hat ein Viertel ihrer Sitze im Parlament verloren, jedoch sieht es nicht danach aus, als ob je ein Machtwechsel stattfinden würde, da es seit 28 Jahren keine politische Veränderung gab. Kambodscha ist eines der korruptesten Ländern weltweit und Verbrechen wie Landraub, niedrige Löhne und keine politische Freiheit stehen auf der Tagesordnung. Derzeit gibt es Befürchtungen, dass es zu Unruhen kommen könnte, hinzu kommen Waffenlieferungen aus China. (http://gnpj.tumblr.com/post/58043453613/a-cambodian-police-officer-stationed-in-siem-reap)

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Auf einmal fand ich mich wieder in der Rolle des ahnungslosen Touristen, der keine Ahnung hat, was sich in dem besuchten Land eigentlich abspielt. Ich wollte nie so ein Reisender sein und doch stand ich da mit keinem Schimmer über die Konflikte des Landes, von einem Bürgerkrieg ganz zu schweigen. In den folgenden Tagen nahmen wir alles anders war, die Wahl- und Propagandaplakate, die ganz Angkor zierten.

Auf die Frage, warum er nicht in seinem Heimatland England ansässig ist, antworte Georg Nickels schlichtweg, dass er Engländer nicht wirklich mag. Kambodschaner im Gegenzug mag er gerne, was er als seinen Grund anführt hier hergezogen zu sein. „If an Cambodian man has really nothing but a corn of rice, he would even give that to you, because you are his guest“, beschreibt er die Einstellung der Kambodschaner.

Neben seiner Tätigkeit ale Kriegsfotograf setzt such George Nickels für die Beseitung von Landminen ein. „You know, when an european mum tells their children not to cross the fence and they nevertheless do so, it could happen that their knees get scarved. In Cambodia it could happen that they lose their feet due to land mines. This is not nice, I made interviews in a school where a big amount of kids had no feet.“ Er beklagt sich über die Regierung, die derzeit von ihrem Budget 1% für die Beseitigung von den Minden verwenden, obwohl sie die Schuld daran tragen, dass sie überhaupt dort sind.

Ich habe George nicht gefragt, was er wohl arbeiten wird, wenn er älter ist. Menschen wie er sollten sich keine Sorgen über die Zukunft oder die Vergangenheit machen sollen. Sie kümmern sich dermaßen um die Gegenwart, dass da nicht viel Raum für andere Gedanken bleibt. Vielleicht muss das eben genau so sein, damit sich die Zukunft ändern lässt.

Mehr über George Nickels:
http://www.georgenickels.com/
https://www.facebook.com/pages/GNPJ/417925871578505?notif_t=fbpage_fan_invite

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